Gasttaxe bald für alle?

Jetzt zahlen auch die Airbnb

Die Diskussionen um die Gast-, Orts- oder Kurtaxen sind ein leidiges Thema und reissen nicht ab. So lange ein Teil der Gastgeber zahlen muss und andere Schlupflöcher ausnutzen oder ganz einfach die Zahlungen verweigern wird es bei den Ungerechtigkeiten bleiben. Geprellt werden die ehrlichen und zahlenden Betriebe und Gäste gleichermassen, weil alle anderen als Trittbrettfahrer von ihren Abgaben profitieren.

(Bild: © Beat Eglin, www.presstime.ch) Das Baselbiet hat viele Gesichter und ebenso viele Spezialitäten

(Bild: © Beat Eglin, www.presstime.ch) Das Baselbiet hat viele Gesichter und ebenso viele Spezialitäten

Was sind Kurtaxen?
In früheren Zeiten mussten Gäste von Kurstätten, Erholungsorten oder Seebädern für jede verbrachte Nacht eine Taxe bezahlen. Auf die Kosten, die der Gastrobetrieb verlangt, wird noch die landesübliche Mehrwertsteuer draufgeschlagen, die an den Staat abgeliefert werden muss. Die Kurtaxe wird meistens separat und zusätzlich erhoben und ist nicht im Preis inbegriffen. Städte ziehen eine City- oder Ortstaxe ein. Die Einnahmen kommen in einen Topf, aus dem Ausgaben für touristische Einrichtungen und Veranstaltungen bestritten werden. Dazu gehören auch Strandpflege, Reinigungen, Verschönerungen des Ortsbildes oder die Subventionierung von beliebigen Massnahmen.

Baselbieter Gasttaxe
Als Grundlage für das Baselbiet dient das Gasttaxengesetz. Es verpflichtet alle gewerbsmässigen Beherbergungsbetriebe, pro Nacht und Person dreieinhalb Franken einzuziehen und an Baselland Tourismus abzuliefern. In Baselland wohnhafte Gäste und Kinder unter 12 Jahren sind davon ausgenommen. Alle Übernachtungsgäste, welche die Taxe bezahlen, erhalten ein Mobility-Ticket und den Gästepass für diverse Vergünstigungen. Gewerbsmässig ist ein Betrieb oder ein Privater, sobald für das Übernachten Geld verlangt wird. Ausgenommen von dieser Regelung sind gemeinnützige und unentgeltliche Beherbergung von Gästen (Spitäler, Heime etc.).

Airbnb als Partner
Nach langen Verhandlungen konnte Baselland Tourismus mit Airbnb eine Vereinbarung abschliessen. Der neue Partner zieht ab 1. April 2018 im Namen der Gastgeber von allen Gästen, die auf der Airbnb-Plattform eine Unterkunft im Kanton Basel-Landschaft buchen, automatisiert die Gasttaxe ein und entrichtet sie an Baselland Tourismus. Mit dieser digitalen Lösung will Airbnb für Baselland Tourismus und die Gastgeber im Kanton Basel-Landschaft den administrativen Aufwand reduzieren. Baselland ist nach Zug erst der zweite Kanton, der mit Airbnb auf diese Art zusammenarbeitet.

Diese internationale Organisation wurde erst 2008 gegründet und vermittelt weltweit private Unterkünfte – vom einfachen Zimmer bis zu Wohnungen, Villen, ganzen Schlössern oder Baumhäusern. Airbnb wird aktiv von der Community mitgestaltet und ist eine einfache Gelegenheit für Gastgeber, ihr Zuhause oder auch ihre Leidenschaften, Interessen und Lieblingsorte mit anderen zu teilen und so Geld dazuzuverdienen.

Unterstützte Projekte im Baselbiet
Unsere kantonale Tourismusorganisation unterstützte bisher Projekte, die in ganz verschiedene Richtungen gingen. In Augusta Raurica wurde die Umgestaltung des Theaterplatzes mitfinanziert, die Baselland Quiz App produziert, die Bücher «Streifzug durch Augusta Raurica» und «111 Orte in Baselland…» ermöglicht oder Tourismus Infostellen in Liestal, Laufen und Dornach eröffnet. Fast jährlich wird eine Themenkarte mit detaillierten Informationen zu Kultur, Wandern, Velorouten, Restaurants, Sportanlagen und vielem mehr herausgegeben.

Aktuell können die angeschlossenen Betriebe kostenlos Postkarten mit Baselbieter Sujets beziehen und an ihre Gäste abgeben. Die Überprüfung und Beurteilung von Betrieben, Check-out Geschenke, Taxibons oder der Ausbau der hauseigenen WLAN-Infrastruktur für die Gäste werden grosszügig unterstützt. In Laufen wird der Planetenweg neu gestaltet und wer mit dem Kinderwagen in der Region unterwegs ist holt sich bei «Wanderwege beider Basel» die Broschüre «Kinderwagenwandern» für fünf Franken.

Beat Eglin

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