Die «Überflieger» des Jahres

Wer hat es verdient, zur «Persönlichkeit des Jahres 2017» im Grossraum Basel gekürt zu werden?

Sie haben Herausragendes geleistet, den guten Ruf Basels in die weite Welt getragen, etwas Besonderes erreicht, mit ihrem Engagement etwas bewegt oder ganz einfach die Menschen der Region fasziniert und beeindruckt: Roger Federer, Carena Schlewitt, Michael N. Hall und viele mehr. Deshalb fragen wir: Wer hat Sie, liebe Leserinnen und Leser, im Jahr 2017 besonders beeindruckt und warum?

(Bild: zVg) Zellforscher und Biochemiker Michael N. Hall: Ein Kandidat für den Nobelpreis

(Bild: zVg) Zellforscher und Biochemiker Michael N. Hall: Ein Kandidat für den Nobelpreis

Die Auswahl ist auch heuer wieder gross für eine Aufzählung der beeindruckendsten Persönlichkeiten 2017 der Grossregion Basel. Unsere Liste ist zwar lang, beruft sich aber keineswegs auf Vollständigkeit. Viele haben im abgelaufenen Jahr Grosses geleistet.

Kandidat für den Nobelpreis?
So zum Beispiel die Wissenschaftler und Forscher, die den Ruf Basels als innovative Region in die weite Welt tragen. Speziell erwähnenswert für ihre Leistungen im 2017 sind zwei Persönlichkeiten: Hans Gersbach und Michael N.Hall. Ersterer erhielt den Wissenschaftspreis 2017. Prof. Dr. Hans Gersbach (geboren 1959) ist ein hochangesehener Ökonom und wurde für seine Arbeiten zu gesellschaftlich und wirtschaftspolitisch hochaktuellen Themen ausgezeichnet. Er hat sich  bedeutsamen makroökonomischen, für die Schaffung und den Erhalt von gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Stabilität zentralen Fragestellungen gewidmet. Weitere Forschungsthemen Gersbachs sind politische Ökonomie und die optimale Kapitalausstattung von Banken. So untersuchte er etwa die Auswirkungen einer Verschärfung der Kapitalvorschriften für Banken. Aus seiner Analyse leitete er Vorschläge für optimale Eigenkapitalvorschriften ab. Diese Forschung ist für die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) mit Sitz in Basel von grosser Bedeutung.

Michael N. Hall ist ebenfalls ein schon mehrfach ausgezeichnet worden. Er ist Biochechemiker und Zellforscher im Biozentrum der Universität Basel. Er erhielt dieses Jahr den «Oskar der Auszeichnungen in der Forschung», und zwar den Lasker-Preis für medizinische Grundlagenforschung. Der mit einer Viertelmillion Dollar dotierte Preis ist einer der höchsten Auszeichnungen in der biomedizinischen Forschung und viele Preisträgerinnen und -träger erhielten im Anschluss an den Lasker Preis auch den Nobelpreis. Der Biochemiker hat mit seiner Erforschung des Proteins TOR ein Schlüsselelement für die Steuerung des Zellwachstums entdeckt. Dieses ist auch an der Entstehung von Krankheiten wie Krebs oder Diabetes beteiligt.

Neuer «TV-Stern» aus der Region
Im Bereich Kultur, Kunst, Musik und Soziales sind ebenfalls einige regionale Persönlichkeiten aufgefallen. Andere wurden im 2017 erst wirklich der breiteren Öffentlichkeit bekannt: So zum Beispiel die Schauspielerin und neue «Serienheldin» Sarah Spale. Die junge Baslerin überzeugt in ihrer Rolle in der TV-Serie «Wilder» (SF) und gilt als Top-Entdeckung und aufgehender Stern im TV-Bereich. Lukas Huber seinerseits erhielt 2017 den Kulturförderpreis. Der 27jährige wird aufgrund seines vielfältigen Schaffens als Komponist und Medienkünstler gewürdigt. Durch seine Aktivitäten in den unterschiedlichsten Genres und Medien hat er sich als einer der hoffnungsvollen jungen Akteure im Musikleben der Region profiliert. Huber sendet durch sein konsequent partnerschaftliches Arbeiten mit anderen Musikerinnen, Komponisten und Veranstaltern nachhaltig wirkende Impulse ins hiesige Kulturschaffen aus. Lukas Huber wurde 1990 in der Region in Breitenbach geboren und ist seit 2012 wohnhaft in Basel. Er studierte Musik und Medienkunst und absolvierte von 2012 bis 2015 einen Masterstudiengang in «Contemporary Arts Practice» an der Hochschule der Künste Bern.

(Bild: Eleni Kougionis) «Die Retterin» der Kaserne Basel? Carena Schlewitt ist ein heisser Kandidat für den inoffiziellen Titel «Persönlichkeit der Grossregion Basel 2017».

(Bild: Eleni Kougionis) «Die Retterin» der Kaserne Basel? Carena Schlewitt ist ein heisser Kandidat für den inoffiziellen Titel «Persönlichkeit der Grossregion Basel 2017».

Die «Retterin» der Kaserne Basel
Grossen Applaus erntete 2017 auch die Vergabe des Kulturpreises an Carena Schlewitt. Die künstlerische Leiterin der Kaserne Basel hat als Persönlichkeit verbindend und integrativ mit der Kaserne Basel auf dem Kasernenareal und in die Stadt hinein gewirkt. Sie hat den Aufbau einer überregional anerkannten freien Theater- und Tanzszene und den Erhalt der Kaserne Basel als wichtigstes Konzerthaus für Populärmusik in der Nordwestschweiz erreicht sowie das Basler Theaterfestival als wichtiges internationales Festival in der Schweiz positioniert.

Carena Schlewitt (geboren 1961) ist seit 2008 künstlerische Leiterin der Kaserne Basel und verantwortet seit 2012 die Konzeption und Durchführung des internationalen Theaterfestival Basel. Sie hat mit kluger Führung ihres Teams nicht nur eine prekäre finanzielle Schieflage der Kaserne Basel gemeistert, sie verstand es auch, die ehemalige Kulturwerkstatt Kaserne mit geschickter Programmierung in Theater, Tanz und Musik positiv ins Bewusstsein der Basler Bevölkerung zu heben. Unter ihrer Leitung erlangte die Kaserne Basel regional, national und international zunehmend an Wirkung und Bedeutung.

Sport-Superstar 2017: King Roger, Granit Xhaka oder doch jemand vom FCB?
Natürlich haben in der Fussballstadt sich auch Persönlichkeiten im Umfeld des FC Basel verdient gemacht: Marco Streller, Bernhard Burgener und auch der abgetretene FCB-Präsident Bernhard Heusler gehören ganz klar in den erlauchten Kreis der «Persönlichkeiten der Grossregion Basel 2017». Der Basler Granit Xhaka in Diensten des Europäischen Spitzenclubs Arsenal London  indessen ist zum Schweizer Fussballer des Jahres 2017 gekürt worden. Und ein weiterer Sportstar bleibt natürlich nicht unerwähnt: Roger Federer. Nicht nur für seine Leistung bezüglich Wertschöpfung und Image für die Region Basel ist der Baselbieter (wurde 2017 erneut Sportler des Jahres) ein wichtiger Botschafter. Er zeichnete sich 2017 aus mit einem unglaublichen Comeback an der Tennis-Weltspitze nach einer langen Verletzungspause. Unvergessen bleiben die märchenhaften Grand Slam-Siege in Melbourne und Wimbledon. Federer gewann in diesem Jahr 52 von 57 Matches. Die Quote von 91 Prozent gewonnener Spielen sind eine Marke, die er in seiner Karriere nur in den Jahren seiner grössten Dominanz (und bevor Nadal auf der ATP Tour zum grossen Gegenspieler wurde) von 2004 bis 2006 erreichte.

Schweres Pflaster für Politiker/innen
Auf dem politischen Parkett haben sich die beiden neu gewählten Regierungsräte Elisabeth Ackermann und Dr. Conradin Cramer noch stärker als zuvor in den Fokus der Öffentlichkeit begeben. Einhergehend natürlich mit grösserer Gefahr offener Kritik. Während diese sich bei Erziehungsdirektor Conradin Cramer (LDP) einigermassen in Grenzen hielt (bei einigen wenigen Ausnahmen), so musste Regierungspräsidentin Elisabeth Ackermann aufgrund ihrer rhetorischen und kommunikativen Art und einer für viele sehr zurückhaltenden Umsetzung ihrer Politik viel Kritik einstecken («keine Positionierung», «Schönwetter-Politik», «mangelnde Volksnähe»…). Insider sagen sogar, dass eine Reihe von Polit-Kolleginnen und -Kollegen nicht mehr so überzeugt sind von ihr. Und selbst in der eigenen Partei soll der Rückhalt mittlerweile bröckeln.  Auch innerhalb der Verwaltung sollen manche Beamte ihre Unzufriedenheit mit ihrer Vorgesetzten kund getan haben. Offen darüber debattieren tut jedoch niemand.

Weitere «Kandidatinnen und Kandidaten» für den inoffiziellen Titel «Persönlichkeit des Jahres 2017» für die Grossregion Basel wären: Nadine Stäuble (Polydesignerin bei Manor, Lehrling/Lernende des Jahres), die Sterneköchin Tanja Grandits (Stücki Basel), das Team des Vereins «Gemeinsam St. Josef» (Integrationspreis der Stadt Basel 2017) oder auch das Team vom Restaurant «blindekuh», das mit dem Sozialpreis der Stadt Basel 2017 ausgezeichnet wurde.

JoW

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