Auf Postenjagd durch Augusta Raurica

Musik, Römerfest und Orientierungslauf

Die Verantwortlichen der Baselbieter Römerstadt zeigten den Medien in einem Rück- und einem Ausblick die ganz besonderen Seiten dieser einmaligen archäologischen Sammlung.

(Bilder: © Beat Eglin www.presstime.ch)

(Bilder: © Beat Eglin www.presstime.ch)

Für Dani Suter, den Leiter von Augusta Raurica war 2017 «ein intensives Jahr, in dem viele langjährige Projekte einen erfreulichen Abschluss fanden». Für das neue Sammlungszentrum bewilligte der Landrat den Baukredit für die erste Etappe. Im Mai wurde der Sensationsfund «Bleisarg» der Öffentlichkeit vorgestellt und im August brachte das alljährlich stattfindende Römerfest wieder zwanzigtausend Besucher auf das historische Gelände. Familientage, Slam Poetry und Rockkonzerte lockten das Publikum ebenfalls in Scharen an. 151’200 Besucher schauten sich mehr oder weniger intensiv einen Teil der fast 1.9 Millionen Fundstücke an. Eines der bekanntesten Objekte ist der grösste Silberschatz der Spätantike mit 270 Gegenständen wie Platten, Löffel, Münzen und vieles mehr. Das Ganze ist aus reinem Silber und wiegt 58 Kilogramm. Die ehemaligen Eigentümer waren hochrangige Gefolgsleute des Kaisers. Der Wert war enorm und entsprach dem 230-fachen Jahreslohn eines Legionärs.

Slam Poetry in der römischen Arena

Slam Poetry in der römischen Arena

Wichtige Projekte 2018
1. Mit «Kultur inklusiv» will man Menschen mit Beeinträchtigungen das kulturelle Erleben ermöglichen.
2. Ein Teil der umfangreichen Sammlung wird virtuell aufgearbeitet und dem Publikum auf der Webseite von Augusta Raurica zugänglich gemacht.
3. Ein grosses Ziel für dieses Jahr ist die Restaurierung des Gladiatorenmosaiks. Zum letzten Mal wurde es als Ganzes 1961 bei der Entdeckung und Ausgrabung gesehen. Gesucht wird noch ein grosser Raum oder eine Eingangshalle, um es angemessen zu präsentieren.
4. Erstmals führte das Bundesamt für Kultur eine Ausschreibung für Betriebsbeiträge an Museen durch. Für eine Unterstützung mussten eine gesamtschweizerisch bedeutsame Ausstrahlung und Qualität nachgewiesen werden. Augusta Raurica gehört zu den 13 Museen, die von 2018 – 2022 einen projektgebundenen Betriebsbeitrag erhalten.
5. Unter dem Motto «Kulturerbe teilen» zeigen zahlreiche Länder im Kulturerbejahr 2018 die gesellschaftliche Bedeutung des kulturellen Erbes von der Antike bis in die Gegenwart.

Auch grosse Spektakel darf man wieder erleben. Im Mai ist die gare des enfants mit den Alponomen zu Gast. Dann klingen Alphorn- und Bläsertöne durch die alten Ruinen. Im Juni zeigt der mexikanisch-kanadische Künstler Rafael Lozano-Hemmer eine interaktive Installation. Es folgen der trinationale Slam-Poetry Wettkampf und im August dröhnen wieder rockige Klänge durch die alten Mauern.
Am letzten August-Wochenende ist wieder das Römerfest und wer es sehr sportlich mag nimmt am 11. November am Augusta Raurica-Lauf teil.

Thomas Beugger, Leiter des Kantonalen Sportamtes, erklärt den neuen OL

Thomas Beugger, Leiter des Kantonalen Sportamtes, erklärt den neuen OL

OL durch die Römerstadt
Ein ganz besonderes Projekt haben das Kantonale Sportamt, der Regionale OL-Verband und Augusta Raurica ausgeheckt. Auf dem Ausstellungsgelände können nun Personen jeden Alters einen Orientierungslauf durch die römischen Ruinen machen. Start und Ziel sind bei der Infotafel neben dem Parkplatz beim Museum. Beim OL kommt es überhaupt nicht auf die Geschwindigkeit an. Neulinge, Routiniers, Familien, Schulklassen oder auch Spaziergänger – alle sind willkommen. Wer auf Leistung aus ist kann seine Zeit mit dem Handy stoppen und hat den Lauf in zehn Minuten abgeschlossen. Mit kleinen Kindern oder wenn man einfach gemütlich durchspazieren will kann man den Parcours aber auch einfach geniessen und sich so viel Zeit nehmen, wie man braucht. Im Museum gibt es eine farbige Karte und einen Kompass für die Kinder, damit man problemlos alle 11 Posten findet. Für Smartphone-Nutzer wurde der Swiss-O-Finder eingerichtet. Mit dieser kostenlosen App kann der OL mit neuster Technik absolviert werden. An jedem Posten gibt es ausführliche Informationen zu den Sehenswürdigkeiten. Mit Kindern oder in einer Gruppe ist dies sicher ein Ausflug der besonderen Art. Und ohne es gross zu merken hat man noch etwas für seine Gesundheit und Fitness getan.

Fotos + Filme: www.fotoshopper.ch

Beat Eglin

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